Wenn der Name "Kollerwiese" in unserer Chronik erscheint, können sich nur noch wenige Bismarcker an diese Grünfläche erinnern. Auf dem Gelände der ehem. "Eisen und Metall" stand der einige Jahrhunderte alte Bauernhof "Ahlmannshof", zu dem auch die "Kollerwiese" gehörte.
Als im Jahre 1904 der Verein katholischer junger Männer eine Sportabteilung gründete, befasste man sich auch mit der Frage, wo für die Fußballer eine Möglichkeit vorhanden ist, diesen damals noch so verpönten Sport zu betreiben. Der Ball war da, aber es fehlte ein Platz. Der Vorstand verhandelte mit dem Landwirt Ahlmann. Er überließ dem Verein die neben dem Bauernhof gelegenen Wiese die als Fußballplatz hergerichtet wurde, eben die "Kollerwiese". Die "Kollerwiese" blieb der einzige vereinseigene Sportplatz des Vereins.
Der Spielbetrieb lief wie folgt ab: Mit Gesang und Musik marschierten die Fußballer zum Sportplatz. Die Tore wurden von den Spielern auf den Schultern getragen. Es waren ja nur vier Stangen. Als Querlatte diente einige Meter Band. Da musste ein Schiedsrichter schon ein gutes Auge haben, um Tore als gültig anerkennen zu können.

Durch den ersten Weltkrieg wurde der aufblühende Sportbetrieb jäh unterbrochen. Als Fortsetzung der Sportbewegung entstand 1920 der Reichsverband der Deutschen Jugendkraft. Auch in der Gemeinde St. Franziskus fanden sich einige alte Sportler aus den Vorkriegsjahren zusammen und hatten mit der Gründung des Vereins großen Erfolg. Sie gaben ihrem Sportverein den Namen "Westfalia 04" Gelsenkirchen. Der Erfolg blieb nicht lange aus! Tausende von Zuschauern umsäumten die Kollerwiese, auf der es spannende Spiele zu sehen gab. Mitte der 20er Jahre wurde in der B-Fußballklasse der Meistertitel erkämpft. Ein Jahr später wiederholte sich dieses Ereignis in der A-Klasse und damit war der Aufstieg in die höchste Klasse des DJK Verbandes, der Gauklasse, perfekt.
Neben dem Fußball entwickelte sich Westfalia 04 auch in anderen Sportarten, wie Turnen, Schlagball und Leichtathletik. Diese glückliche Epoche fand ein trauriges Ende als durch Nationalsozialisten alle kirchliche Vereinstätigkeiten verboten wurden. Auch die DJK Westfalia 04 wurde durch dieses Verbot aufgelöst, der Sportplatz gesperrt und alle Sportgeräte und das Vereinseigentum beschlagnahmt. Nach langen Verbots- und Kriegsjahren begann für die DJK ein neuer Abschnitt. Im September 1948 wurde die DJK Westfalia 04 wiederbegründet. Aus der Pfarrjugend heraus und mit den alten Jugendkraftlern wurden neue Mannschaften gebildet. Schwer waren die Jahre des Aufbaus, wenn man berücksichtigt, dass kein Sportplatz und auch kein Geld zur Verfügung standen. Nach eingehenden Verhandlungen mit dem Besitzer der ehemaligen Kollerwiese, die von Bomben zerwühlt war und als Schuttabladeplatz diente, wurde erreicht, dass der Verein das Gelände wieder herrichten durfte. Mit großem Fleiß aller Mitglieder wurde der Platz wieder aufbereitet der dann doch wieder anderweitig benötigt wurde. Dieser Missstand wurde dann durch die Stadt Gelsenkirchen beseitigt in dem uns, zusammen mit dem Sportclub 07, die Sportanlage Trinenkamp zur Verfügung gestellt wurde.

1949 wurde eine Tischtennismannschaft für Herren und Damen gegründet, die sehr erfolgreich spielten. Nach dem Goldjubiläum 1954 konnte erst nach langen Beratungen ein Vorstand gestellt werden. Der Sportbetrieb bestand nur aus der I. Stammmannschaft. Außerdem belasteten die für den Verein enorm hohen Schulden die Vereinsarbeit. Der Vorstand, an der Spitze mit Robert Kerkmann, A. Junghöfer, August Ehrenberg und F. Oldenhoff übernahmen ein schweres Erbe. Im Jahre 1959 verfügte der Verein bereits wieder über 2 Senioren-, 2 Jugend- und 2 Schülermannschaften. Außerdem wurde in diesem Jahr die Tischtennisabteilung und Leichtathletikabteilung neu gegründet.
Wie erfolgreich die Aufbauarbeit in der Breitenwirkung war, zeigte die Teilnahme der Mannschaften im Handball und Schwimmen. Die Bemühungen um Wiedergutmachung des seiner Zeit beschlagnahmten Vermögens wurde nach fast 10 jährigem Ringen belohnt. Vor dem Landgericht in Dortmund wurde der Prozess gewonnen. Viele Erfolge, Titel, Auszeichnungen und Anerkennungen folgten in den nächsten Jahren. Der bis dahin sportlich größte Erfolg wurde 1966 erreicht. Die I.Mannschaft errang unter Trainer Hans Wieners die DJK Verbandsmeisterschaft und wiederholte diese Leistung zwei Jahre später noch einmal. Da 1968 der eigenständige Spielbetrieb in der DJK Verbandsringgemeinschaft aufgegeben wurde, war Westfalia 04 der letzte Verbandsmeister. Im Anschluss daran wurde der Spielbetrieb im Westdeutschen Fußballverband fortgesetzt. Gleich im ersten Jahr gelang der Aufstieg in die I. Kreisklasse. 1972 folgte der Aufstieg in die Bezirksklasse. Auch die Tischtennismannschaft schaffte den Aufstieg in die I. Kreisklasse.

In den Jahren nach 1975 hat im Schüler und Jugendbereich ein starker Einbruch stattgefunden, der nahezu eine totale Auflösung des Vereins zur Folge hatte.Überlegungen über eine Fusion sind bei der Mitgliederversammlung gescheitert. Die neu gegründete Tennisabteilung fasst den Beschluss die Tennisplätze in Eigenleistung herzurichten. Nach 6 Jahren Bezirksklasse musste die I. Mannschaft 1981 zurück in die I. Kreisklasse. Im gleichen Jahr wurde die Tennisanlage fertig gestellt. Nachdem die Jugendarbeit lange Zeit am Boden lag, gelang es innerhalb kürzester Zeit diese wieder auszubauen. Diese Leistung wurde 1983 mit dem Ehrenpreis der Sepp Herberger Stiftung gewürdigt. Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte ist das zwischen den Tennisplätzen errichtete Vereinsheim. Über 3.600 Stunden Eigenleistung waren neben dem finanziellen Aufwand erforderlich, um dieses Projekt zu realisieren. Nach Beendigung der Saison 90/91 ist der I. Mannschaft unter Trainer Werner Möhle endlich wieder der Aufstieg in die Bezirksklasse geglückt.

Die Tischtennisabteilung feierte im Juni 1992 ihren größten Erfolg. Unter der Leitung von Heinz Arens, der früher bereits als Fußballjugendleiter erfolgreich tätig war, schaffte es die I.Mannschft bis ins Finale um den west-deutschen Pokal. Das Endspiel endete mit einer knappen Niederlage.
Zu Beginn der Saison 1992/1993 trat Hans Moczarski die Trainernachfolge von W.Möhle an und erzielte gleich den mit Abstand größten Erfolg der langjährigen Vereinsgeschichte. Seine Mannschaft wurde als krasser Außenseiter Meister der Bezirksklasse 13 und damit Aufsteiger in die Landesliga.

Nach langen Diskussionen und Beratungen wurde die Sportanlage in die eigenverantwortliche Nutzung Westfalia 04 übertragen. Der Tischtennisabteilung gelang 1995 -nachdem sie ein Jahr zuvor in die Bezirksliga aufstieg-noch einmal ein großer Erfolg, als auch sie den Aufstieg in die Landesliga schafften. Diese Liga musste die I. Fußballmannschaft im gleichen Jahr leider verlassen. Dafür machte die II. Mannschaft durch gute Leistung auf sich aufmerksam.
Unter Coach Peter Boborowski errang das Team in zwei aufeinander folgenden Jahren die Meisterschaft und schaffte den Aufstieg in die Kreisklasse A. 1996 übernahm Ede Demps das Training der I.Mannschaft und es gelang ihm, die Mannschaft in die Landesliga zurück zu führen.

Im September 2001 konnte der Verein keine Tischtennismannschaft stellen, so dass die Abteilung schweren Herzens abgemeldet werden musste. Leider ist die I. Fußballmannschaft zum Ende der Saison 2003 in die Bezirksklasse abgestiegen.